Programm der XIV. Potsdamer Schlössernacht
Mopke – Communs
Jeder lebe nach seiner Façon Eines der berühmtesten Zitate von Friedrich II lautet: »Die Religionen Müsen alle Tolleriret werden und Mus der Fiscal nuhr das Auge darauf haben, das keine der andern abrug Tuhe, den hier mus ein jeder nach seiner Fasson Selich werden.« – Kurz gesagt: »Jeder lebe nach seiner Façon«. Welche Façon hatte eigentlich Friedrich der Große? Dies soll hier mit der Façon des 21. Jahrhunderts herausgefunden werden. Seit Jahren werden Casting-Shows immer populärer. Also ist es nur logisch, dass ein Schlössernacht-Team die Fragen stellt: »Warum realisieren wir nicht auch eine Friedrich II-Casting-Show?« und »Welcher der drei zur Verfügung stehenden Kandidaten kommt der Persönlich- keit des Großen Friedrich am nächsten?« Im Potsdamer Verein »Experimentelle preußische Geschichte« gibt es viele junge Herren, die gern die Rolle des Friedrich II übernehmen würden und junge Damen, die sich ebenfalls gern verwandeln und die vorgeben, zu wissen, wie Friedrich II aussah und wie er wirklich war. Mit den Damen des Vereins hat man also bereits die kundige Jury und mit den Herren ausreichend motivierte Bewerber für die Friedrich II-Casting-Show »Jeder lebe nach seiner Façon«. Nun denn, es kann losgehen. Vorhang auf! Und bewahren Sie Ihre Contenance und halten Sie angesichts der Kandidaten Ihre Façon gut fest. Denn für alle gilt: Nichts ist flüchtiger als der gute Schein ...
Zu sehen auf der Südbühne.
Buch und Regie: Helmut Schulze
Mitwirkende: Schauspielensemble Alles & Mehr
Kostümbild: Katrin Kath, Komische Oper Berlin Maskenbild: Claudia Rönsch
KinderTanzTheater Berlin-Brandenburg
La fête galante
Friedrich II. war ein leidenschaftlicher Sammler französischer Genre-Malerei. Vor allem die Darstellungen ländlich-amouröser Gartenfeste – der fêtes galantes – faszinierten ihn, und so verfügen die preußischen Schlösser heute über eine der schöns- ten Gemäldesammlungen der Werke Antoine Watteaus und seiner Zeitgenossen. Friedrich träumte sich beim Betrachten der Bilder in eine unbeschwerte Welt. Tun Sie es dem König gleich und lassen Sie sich vom KinderTanzTheater Berlin-Brandenburg auf eine verzaubernde Reise durch die wechselnden Jahreszeiten entführen! Unter der Regie von Friederike Nebel knüpfen Schäferinnen und Schäfer zarte Bande und huldigen mit filigranen Tänzen dem Liebesglück. Geflügelte Amoretten stiften mit ihren Pfeilen allerlei Verwirrung.
Ensemble Historischer Tanz Berlin UdK
Weil sie Mannsbeine hat ...
Die international berühmte Tänzerin Barberina tat sich schwer, ihre Verpflichtung nach Preußen einzulösen, da ihr die romantische Liebe zu dem englischen Lord Stuart MacKenzie viel reizvoller erschien. Statt zu ihrem Engagement nach Berlin zu reisen, floh sie mit ihrem Liebhaber nach Venedig. Erst als König Friedrich II. den venezianischen Gesandten festsetzte und die Republik Venedig unter Druck setzte, wurde die Saumselige ausgeliefert und unter strenger Bewachung nach Berlin gebracht. Hier ertrotzte sie sich einen Vertrag, der ihr ein Ministergehalt einbrachte und gewann die Gunst des Königs und die zahlreicher Männerherzen. Der Sohn des Großkanzlers, der ein besonders eifriger Verehrer der schönen Tänzerin war, wanderte auf die Intervention seines Vaters gegen die unpassende Liaison für anderthalb Jahre in die Festung – doch, kaum wieder auf freiem Fuß, heiratete er seine Angebetete heimlich.
Beide Programme sehen Sie auf der Nordbühne.
Um 0.30 Uhr wird das traditionelle musikalische Höhenfeuerwerk über den Communs gezündet.
Neues Palais
Am Eingang der Ausstellung FRIEDERISIKO im Ehrenhof des Neuen Palais begrüßt Heinrich Ludwig Manger, der damalige Baudirektor des Neuen Palais, die Gäste und berichtet über seine Auseinandersetzungen mit dem Alten Fritz.
Unterwegs am Neuen Palais Gartenseite – Friedrichs Europapolitik
Friedrich II. war ein talentierter und erfolgreicher Stratege und Kriegsfürst. War er dies wirklich? Schlug er alle Schlachten nur auf dem Kriegsfeld? Der Offizier Eugen Graf von Lehngrund und die Baroness von Rundstedt führen ein Gespräch über große Schlachten und die Heiratspolitik des Friedrich II.
Heckentheater
L‘amore teatrale – Ein opulenter Ausflug in die barocke Theaterkunst am Hofe Friedrich II.
In einer poetischen Pantomime des Ensembles I Confidenti begegnen den Zuschauern drei Liebespaare aus den großen Opern,
die der König Friedrich II. im Schlosstheater des Neuen Palais aufführen ließ:
– die Zauberin Armida und Rinaldo,
– der Flöte spielende Hirte Fileno und die schöne Clori sowie
– Harlequin und Columbina aus der Commedia dell‘Arte.
I CONFIDENTI ist ein professionelles Ensemble für mobiles Musiktheater und auf der Bühne des Schlosstheaters im Neuen Palais im Park Sanssouci zuhause. Seine Aufgabe ist die Wiederentdeckung und Aufführung von Bühnenwerken aus Renaissance, Barock, Klassik und Aufklärung. Musikalisch und kreativ szenisch erkundet das Ensemble die Ausdrucksmöglichkeiten vergangener Epochen und ermöglicht so ästhetisch einzigartige Theatererlebnisse. I CONFIDENTI bereist und bespielt jedoch neben etablierten Festivals und Theatern auch Spielorte, an denen Opernaufführungen eher ungewöhnlich sind. Zur Potsdamer Schlössernacht bespielt das Ensemble zum ersten Mal das Heckentheater.
Regie: Nils Niemann
Kostüme: Christine Jaschinsky
Darsteller: Luise Holke, Noriko Seki, Karoline Hugler, Marie Luise Hugler, Steffen Findeisen, Heidrun Holke
Freundschaftstempel
Ensemble STILBRUCH und Ensemble LINGUA-CANTAT Vom Geiste ein Mann ... – Friedrich und die Frauen Friedrich der Große war bekanntlich kein Frauenliebhaber – seine Gattin Elisabeth Christine durfte Sanssouci nie betreten. Nur wenigen Frauen war er verbunden: seiner Schwester Wilhelmine, die in ihren Kindheitserinnerungen Einblicke in das Leben am preußischen Königshof gibt, mit Henriette Karoline von der Pfalz unter- hielt er einen Briefwechsel. Friedrich nannte sie »von Geschlecht eine Frau, vom Geiste ein Mann«. Beide Frauen werden in diesem Musik-Literatur-Programm zu Wort kommen. Das Ensemble Stilbruch mit Joyce Henderson, Piano und Peter Stegmann, Flöte, spielt Werke von Graun, Quantz, Benda, C. Ph. E. Bach, Friedrich dem Großen und J. J. Rousseau. Ensemble Lingua-Cantat: Claudia Maria Franck und Birgit Reibel (Rezitation)
Antikentempel
Der kleine Rundtempel im westlichen Teil des Parks bildet das Pendant zu dem südlich gelegenen Freundschaftstempel. 1768/69 wurde der als Museumsbau konzipierte Antikentempel von Friedrich dem Großen als Ort zur Aufbewahrung seiner Sammlung antiker Kunstgegenstände und Münzen errichtet. Seit 1921 wird der Antikentempel als Mausoleum für Mitglieder des Hauses Hohenzollern genutzt.
Botaniktor
ensemble 1800berlin »Friedrich und Ich«
Briefe von Soldaten, Geliebten, Gelehrten – Voltaire, Lessing, Algarotti, Wilhelmine von Bayreuth – Musik aus Preußen und Frankreich Die Musik von Bach, Boismortier, Benda, Leclair, Friedrich und Quantz ist eine galante Grundlage für die Briefe und Memoiren der Wilhelmine von Bayreuth, des Zynikers Voltaire und des »geliebten paduanischen Schwans«, Francesco Algarotti. Diesen feinsinnigen Korrespondenzen werden Berichte von Tambours und Deserteuren gegenübergestellt, begleitet von Märschen, die, auf historischen Instrumenten gespielt, außergewöhnlich klingen. Durch Piccoloflöte, Barocktrompete und Trommel entsteht ein wunderbarer Kontrast zu Gambe, Violine und Cembalo. Eine ganz besondere instrumentale und literarische Farbigkeit ist hier zu erleben. Die Briefe porträtieren den preußischen König und seine Zeit aus vielfältigen Perspektiven, geprägt von Armut und Überfluss, geistiger Schärfe und Dekadenz, Liebe und Abneigung. Jenseits aller Legenden und Anekdoten entsteht so ein komplexes Porträt des Strategen, Poeten, Zynikers, Aufklärers, Zweiflers, Visionärs, Monarchen und Musikers Friedrich II.
La Gioia – Berliner Ensemble für Alte Musik »Höfische Klänge zur Zeit Friedrich des Großen«
Das Programm gibt einen Einblick in die festliche Musik, die an den königlichen Höfen zur Zeit Friedrichs des Großen erklungen ist. So wird das Fagottkonzert B- Dur von Johann Gottlieb Graun gespielt, der in enger musikalischer Verbindung zu Friedrich stand. Er ernannte ihn zum Konzertmeister der Königlichen Kapelle. Zu hören ist auch eine Komposition des ruhmreichen und gefeierten Komponisten Georg Philipp Telemann. Das Concerto F-Dur von Johann Friedrich Fasch ist erst kürzlich wieder aufgefunden worden. Es entstammt der Sammlung des Grafen Aloys Thomas Raimund Harrach – ein bedeutender Außenpolitiker der österreichischen Regierung unter Kaiser Karl VI. Die Wiederentdeckung dieses Konzertes, das bislang nur aus Katalognennungen des 18. Jahrhunderts identifizierbar war, stellt einen Glücksfall und eine enorme Bereicherung des Repertoires höfischer Musik dar.
Paradiesgarten
Puppentheater Larifari
Eine wortwörtliche Verhandlung Am 28. September 1717 verfügte König Friedrich Wilhelm I., der Soldatenkönig und Vater von König Friedrich II. die allgemeine Schul- und Unterrichtspflicht. Damit war Preußen einer der ersten europäischen Staaten mit dem Anspruch allgemeiner Volksbildung, weit vor Frankreich und England. Nach dieser Maxime förderte der Soldatenkönig, der treffender Schulkönig genannt werden müsste, auch die berühmten Franckeschen Stiftungen, die von Pfarrer August Hermann Francke gegründet wurden. Es existieren historische Aufnahmen eines höchst interessanten Gesprächs zwischen dem König und dem Pfarrer, das einen Antrag auf Fördergelder für ein Waisenhaus betrifft. Gespannt auf die Verhandlungspolitik von damals? Wortwörtlich!, mit viel Witz und kurzen Ausflügen in die preußischen Vorurteile stellt das Puppentheater Larifari das Gespräch dar.
Magisches Licht für das Stibadium
Dr. Käthe Klappenbach, Kustodin der SPSG 1845 ließ sich König Friedrich Wilhelm IV. im Paradiesgarten einen Ruhesitz im Freien – das Stibadium – erbauen. Die besondere Wirkung dieses architektonischen Kleinods beruht auf seinem einzigartigen Schmuck – 40 großen, verschiedenfarbigen Glasvasen, die je nach Lichteinstrahlung eine magisch anmutende Atmosphäre verbreiten. Die Besucher der Schlössernacht können das Stibadium im Licht der kunstvoll angestrahlten farbigen Glasvasen erleben.
Orangerie
Mitten unter den Gästen im Restaurant Terrassenblick an der Orangerie
befindet sich ein fiktiver Zeitgenosse des Alten Fritzen, der Marquis de Bordeaux, ein Parleur par excellance, ein unermüdlicher Ausplauderer unglaublicher Historien und glaubwürdiger Anekdoten aus der Barockzeit. Dazu passend erklingen vergnügliche Flöten- und Piccolo-Trompetentöne dieser großen Epoche.
Orangerie Jubiläumsterrassen
Potsdamer Schlössernacht Orchester
Traditionell tritt das Potsdamer Schlössernacht Orchester unter der Leitung des Dirigenten und musikalischen Leiters Roland Mell auf. Musikalisch erklingen Werke von Friedrich II., Lully, Rameau und anderen. Nicht jeder wusste vielleicht, dass der Alte Fritz nebenher auch auf künstlerischem Gebiet eine rege Tätigkeit entwickelte. So spielte er sehr gut Querflöte, komponierte auf gehobenem Niveau und inspirierte Johann Sebastian Bach zu seinem berühmten Werk »Musikalisches Opfer« über das von Friedrich vorgegebene »Königliche Thema«. Gespannt sein darf man wohl auf die Umsetzung der Werke Rameaus durch das Potsdamer Schlössernacht Orchester, galten seine Werke doch seinerzeit als unspielbar. Erleben Sie einen unvergesslichen Abend im erhebenden Ambiente des Orangerieschlosses.
Berlin Jazz Orchestra
Das Berlin Jazz Orchestra unter der Leitung des Berliner Sängers Marc Secara, zählt inzwischen zu den renommiertesten Klangkörpern seiner Art in Deutschland. Im Jahr 2000 gegründet, sorgt es seit zwölf Jahren für außergewöhnliche Konzerterlebnisse mit unterschiedlichsten Bühnenprogrammen. Für die Potsdamer Schlössernacht arrangiert das Orchester ein Konzertprogramm mit den einzigartigen Werken der goldenen Ära aus den 20er und 30er Jahren bis heute und darf einen ganz besonderen Gast auf die Bühne bitten: Pe Werner, die Stimme der 80er Jahre.
Pe Werner
»Die« deutschsprachige »Songpoetin«, die mit treffenden Worten und Sinn für Poesie komplizierte Gefühlslagen auf den Punkt bringt. Nicht nur als Musikerin, auch als Songwriterin, Kabarettistin, Buchautorin und Schauspielerin hat sich die zweifache ECHO-Preisträgerin einen großen und treuen Fankreis erarbeitet und ist mit vielen hochkarätigen Musik-, Kleinkunst- und Autorenpreisen ausgezeichnet worden. Gemeinsam mit Marc Secara, der in der Fachkritik als »junger Sinatra« mit dem Swing-Feeling-Gen gerühmt wird, bestreitet sie den großen Abend.
Sizilianischer Garten
Hinter der Marmorbalustrade, dem Spendenobjekt der Potsdamer Schlössernacht 2010 und 2011, liegt der Sizilianische Garten, der zwischen 1857 und 1860 von Peter Joseph Lenné für Friedrich Wilhelm IV. gestaltet wurde. In diesem Garten stand einmal die Brunnenfigur »Najade im Krug«. Najaden sind nach der griechischen Mythologie Nymphen, die über Quellen, Bäche, Flüsse, Sümpfe, Teiche und Seen wachen. Sie waren entweder Töchter des Zeus oder des Okeanos. Trocknete das Gewässer einer Najade aus, so musste sie sterben.
Najaden wurden oft als Fruchtbarkeitsgöttinnen verehrt. Ihren Gewässern wurden magische heilende Wirkung oder prophetische Kräfte zugesprochen. Darüber hinaus waren sie für ihre extreme Eifersucht bekannt. So erzählte der Dichter Theokritos vom Hirten Daphnis, dem Liebhaber der Najade Nomia. Sie strafte ihn mit Blindheit, weil er ihr untreu war. Die Schauspielerin Viola Livera als Naja- de weiß von noch viel mehr Mythen zu berichten.
Marmorvasenrondell
Potsdamer Pomologische Geschichten mit Marina Heilmeyer, Autorin.
Jedes Obst hat seine Geschichte. Ob die Orangen, die unter großem Aufwand in den fürstlichen Orangerien gezogen wurden, weil sie das Paradies auf Erden versprachen und mit Zucker kandiert als begehrter Nachtisch unter den an der Tafel Speisenden scheibchenweise aufgeteilt wurden, oder die Kirschen, die durch höchste Gärtnerkunst in Sanssouci schon im Januar reiften und zum Geburtstag des Königs serviert wurden, oder die Melonen, die an biblische Geschichten erinnernd, besser als göttliches Manna schmecken sollten.
Die Autorin und Gartenhistorikerin Marina Heilmeyer erzählt von Kirschen, Melonen, Birnen, Äpfeln und Orangen und gibt einen Vorgeschmack auf den Band »Erdbeeren für Prinzessinnen«.
Einen besonderen Genuss für die Augen bietet der Koch und Gemüseschnitzer Winfried Karras – eine Miniaturkulisse mit Schloss, Wasserspielen und ein Portrait des Alten Fritz, geschnitzt aus Melonen, Kürbissen, Broccoli und Rettich.
Felsentor
Arien und Duette
Auf der prachtvoll illuminierten Kulisse des Felsentores erklingen Arien und Canzonetta aus Mozarts Don Giovanni, Verdis La Traviata und Donizettis Don Pasquale. Es singen Martin Backhaus (Bassbariton) und Jutta Potthoff (Sopran), begleitet von der Pianistin Vida Kalojanova.
Unterwegs erwarten Sie überraschende Reflexionen über Friedrich II.
Auf der Gartenseite des Neuen Palais, am Hippodrom, an der Bildergalerie und im Ehrenhof vom Schloss Sanssouci treffen wir historisch kostümierte Personen, darunter einige Hofdamen, eine Gärtnersfrau, einen Koch, einen Künstler, eine Dienerin, die miteinander parlieren und dabei so manches kleine Geheimnis des Großen Friedrich ausplaudern, denn weil er sie brauchte, kamen sie auch in seine Nähe und wissen Bescheid.
Wie war er wirklich? Was war er für ein Mensch? Wie und wo ging er zu Bett? War sein Hemdkragen immer sauber? Was aß und trank er gern? Was las er – wann, wie und wo? Wen liebte er? War er immer ein großer Staatsmann, ein kluger Feldherr, ein kühner Held?
Beim Belauschen dieser Gespräche werden sie Dinge erfahren, nach denen sie vielleicht nie gefragt hätten. Wenn Sie wollen, s‘il vous plaît, können Sie das aber auch und dabei durch den Park Sanssouci flanieren. Ein herrliches Amüsement.
Mitwirkende: Mitglieder der Theatergruppe Alles & Mehr
Buch und Regie: Helmut Schulze
Historische Mühle
Friedrich II. – der Große! – und der Müller von Sanssouci
sind eigentlich 1995 fürs Radio erfunden worden, haben aber schnell ein Eigen- leben auch auf der Bühne entwickelt. Ein anachronistischer Widerstreit mit historischen Figuren und heutigen Themen. Einer ist des Anderen bester Feind; da logiert die Schadenfreude, Mutterwitz paart sich mit Weisheit, und die beiden Nachbarn sind übern Gartenzaun hinweg auch im 300. Jahr von Friedrich II. nicht eben zimperlich – aber sie brauchen einander. Soviel Spaß hat Preußen noch nie gemacht!
Schloss Sanssouci Weinbergterrassen
Costumi – La Maschera più bella
Erstmalig präsentiert die Gruppe Costumi eine Auswahl ihrer schönsten prämierten Kostüme aus allen drei Gewinnerjahren.
Beim internationalen Wettbewerb um das schönste Kostüm beim Karneval in Ve- nedig (La Maschera più bella) ist der Künstler Horst Raack mit seinen Kreationen »Die Reisen des Marco Polo« (2009), »La famille Fabergé« (2011) und »Teatime« (2012) jeweils mit dem 1. Preis ausgezeichnet worden.
In dieser Nacht verwandelt die Gruppe Costumi den Weinberg vor Schloss Sanssouci in einen Ort der Fantasie. Begegnen Sie Earl Grey und Lady Wedgwood, geschmückt mit Porzellan und Silber sowie die Fabergé-Pfauen, die mit ihren Juwelen um die Wette funkeln. Angelehnt an die Mode der Chinoiserie, gesellen sich dazu Lampiondamen, die aus dem fernen Osten zu kommen scheinen und die Szenerie beleuchten.
Lassen Sie sich verzaubern und genießen Sie eine unbeschwerte Sommernacht mit der Grandezza des venezianischen Karnevals.
Skaramouche – Stelzentheater
In Potsdam erscheinen Riesen in Barock/Rokoko-Kostümen. Sie bewegen sich mit fließenden, harmonischen Schritten auf Stelzen durch die Gärten des Schlosses Sanssouci und zeigen ihre bezaubernden Kostüme, die wie aus einer anderen Zeit stammen. Mit ihrem phantasievollen Aussehen versetzen sie nicht nur Kinder in Staunen, sondern sorgen bei Jedem für ein Leuchten in den Augen und für ein kurzzeitiges Gefühl, in einer anderen wundervollen
Welt zu sein. »Skaramouche« – so nennen sich die Artisten, die bei der Potsdamer Schlössernacht auftreten. Hinter diesem Namen verbergen sich die Künstler von Marcelo Pivotos und Vitor Garcias Gruppe »Stelzentheater Skaramouche«. Die beiden sympathischen Schauspieler sind die Gründer der Unterhaltungs- und Performancegruppe, die schon auf vielen Veranstaltungen für Aufsehen und Staunen sorgten. Lassen Sie sich von diesen poetischen Darbietungen begeistern.
Schloss Sanssouci Ehrenhof
Mach er die Suppe heißer!
An der Schlossküche hinter dem Schloss Sanssouci treffen Sie auf Koch Johann und Johanna, die Frau des Hofgärtners. Beide lamentieren und klagen nicht zu Unrecht – natürlich nicht über den König. Gott behüte! Nur seine launischen Speisegewohnheiten – die haben ja nichts mit dem großen König und seinen Verdiensten zu tun – aber diese Gewohnheiten sind ein wahres Kreuz für beide. Hören Sie sich das an, stellen Sie Fragen. Aber dann sagen Sie doch mal selbst: Darf ein König seine Köche und Gärtner derart traktieren?
Bildergalerie
O musici – oh sans souci –
ist dies ein Ausruf voller Freude oder schwingt hier große Bitterkeit mit? Nun, wie immer kommt es auf die Betrachtung und die persönlichen Erfahrungen der Künstler an. Der große Friedrich II. wollte auch Ehre und Ruhm auf dem Feld der Musik erreichen. Traugott Saitenriss und Fedora Dissonare führen im Ehrenhof des Schlosses Sanssouci eine Konversation über die Musik, die Kunst, die Oper am Hofe Friedrich II.
Duo Varino
Populäre Werke neu zu arrangieren war im 18. Jahrhundert gängige Praxis. Das »Duo Varino« mit Almute Zwiener, klassische Oboe, und Kathrin Redlich, Biedermeiergitarre, bedient sich dieser reizvollen Tradition und präsentiert Werke u.a. von W. A. Mozart, J. Ch. M. Widerkehr und L. v. Beethoven.
Friedenskirche Sanssouci
Wiederentdeckte Musik der Hofkapellmeister Friedrichs des Großen
Nach der großen Prinzenhochzeit im vergangenen Jahr zwischen Georg Friedrich Prinz von Preußen und seiner Sophie erlangte die Kirche großes Aufsehen. Zur diesjährigen Potsdamer Schlössernacht spielt der Intendant der Bachtage Björn O. Wiede ein Orgelkonzert.
Moschee
Die 1842 vom Schloss Sanssouci aus noch sichtbare »Moschee« setzte einen malerischen Akzent in die Potsdamer Kulturlandschaft. Als die 81,4 PS starke Dampfmaschine in Betrieb ging, stieg die große Fontäne vor Schloss Sanssouci auf imposante 38 Meter. Mit der stärksten Maschine Preußens trat König Friedrich Wilhelm IV. gegen die technische Vormachtstellung Englands an. Heute werden die Fontänen im Park Sanssouci mittels moderner Elektropumpen versorgt, doch das alte technische Wunderwerk kann man noch in Betrieb erleben – zur 14. Schlössernacht für alle Potsdamer Bürger und ihre Gäste.
Ein Shuttlebus fährt Sie vom Eingang Obelisk zur Moschee und wieder zurück.![]()
Chinesisches Haus
Am Chinesischen Haus wird zur Potsdamer Schlössernacht traditionelle Teekultur angeboten. Doch wussten Sie eigentlich, dass der Alte Fritz gar keinen Tee getrunken hat? Rund um das Chinesische Haus befinden sich vergoldete Sandsteinplastiken, die zeigen wie eine Kaffeekultur im Chinesischen Haus zelebriert wird. Der Marquis D‘Argens, Kammerherr Friedrichs, philosophiert mit den Gästen und weiß auch die eine oder andere Anekdote über den König zu berichten.
Meierei
Italiensehnsucht: Musica Nostalgia und Akkordeonklänge
In der gemütlichen Kulisse der Meierei lauschen Sie dem Akkordeon, gespielt von Antonio Canzoni. Die zauberhaftesten Klänge spielt er »bei Tisch« und verspricht die Dolce Vita.
Im Weindorf am Holzplatz gastiert das Ensemble Musica Nostalgia und begeistert uns mit dem beachtenswerten kulturellen Erbe Italiens – der italienischen Musik. Malerei, Literatur und kulinarische Genüsse und die legendäre Musik, die sich immer wieder über so viele verschiedene Künstler etablieren konnte wird zur neapolitanischen Delikatesse, die live und akustisch gespielt wird und somit für italienische Atmosphäre sorgt.![]()
Römische Bäder Arkaden
Unter den intimen Arkaden der Römischen Bäder erleben die Besucher ein Harfenkonzert der diplomierten Harfenistin Tanja Letz. Mit einem Programm der italienischen Kunst und des süßen Leben Italiens können 50 Gäste im vertraulichen Innenhof der Römischen Bäder besondere Momente erleben.
Römische Bäder Maschinenteich
Fantasie hat das junge Fräulein im Boot auf dem Maschinenteich vor den Römischen Bädern. Sie glaubt durch musikalische Gesänge im italienischen Stile ihren Gondoliere bezirzen zu können. Dafür hat sich die bekannte Potsdamer Sopranistin Ute Beckert aus Parisottis Ariensammlung »arie antiche« die emotionalsten Stücke herausgesucht. Rein und schlicht erklingen die feinen Liederperlen aus dem 17. und 18. Jahrhundert und beinhalten doch eine große Sehnsucht mit einem Hauch lieblichster Heiterkeit. Der Zuhörer darf sich verzaubern lassen von Liedern wie »Caro mio ben« (G. Giordani), »Pur dicesti, o bocca bella« (A. Lotti) und »Ave Maria« (G. Caccini), die wie ein Kuss die Quelle zur Vergnüglichkeit öffnen.
Schloss Charlottenhof Dichterhain
Denn ein Kutschpferd ist ein sensibles Tier!
Aus dem Leben des Johann Georg Pfund, Leibkutscher seiner Majestät Friedrich II. Vierzig Jahre fuhr er seinen König so pflichtgetreu durch die Lande, dass man noch heute von einem »Pfundskerl« spricht. Er kannte seinen König wohl besser als mancher Höfling, woraus der Leibkutscher keinen Hehl machte. Ein Volksheld. Einst hat er den König zurechtgewiesen mit den Worten: »Majestät, gewinnen sie ihre Schlachten und ich fahre sie sicher durch die Landschaft.« So erfährt man Interessantes, Heiteres und Lustiges aus der Sicht seines treuen Kutschers, einem Mann des Volkes. Im Sommergarten des Plögerschen Gasthauses, welches sich einst als Nobelherberge am Alten Markt befand, trifft man oft den Kutscher Pfund, welcher gerne von seinem König erzählt, aber auch von seinem eigenen Leben.
Hippodrom
Das Lesen und die Hunde
Was haben Literatur und Hunde gemeinsam am Hofe Friedrichs des Großen? Darüber klären uns der Lakai Heinrich und das Mädchen Sophie auf. Heinrich trägt im wahrsten Sinne des Wortes Literatur mit sich herum. Aber wie und wann tut er dies? Sophie putzt im Neuen Palais. Warum kann Sophie die Hunde des Königs nicht leiden? Beide führen ein interessantes und lebhaftes Gespräch, in das man sich gern einmischen kann.
Fasanerie
Horus-Falknerei im Stile des Barocks
Nur die stärksten und schnellsten Falken, Nordland- oder Gerfalken, waren die geeigneten Begleiter für die Königsdisziplin der Falknerei. Diese Jagd war die große Passion von König Friedrich Wilhelm I. Er besaß eine Falknerei im Jagdhof zu Potsdam, die sein Sohn, selbst von der Jagd nicht angetan, nach seinem Tode verschenkte. Vollendet ausgebildete Greifvögel, kokette Damen in prachtvollen Gewändern, tanzend nach barocker Musik mit vieldeutiger Fächersprache und erfreuen sich an edelsten Jagdfalken. Es gilt, den Reiher zu jagen! Dem Reiher geschah dabei kaum ein Leid. Ihm wurde als Trophäe nur eine Schopffeder entnommen, er bekam einen Fußring mit den Initialen des erfolgreichen Beizjägers und dann wieder seine Freiheit.
Besonders freuen wir uns auf den Flug des Adlers, der als Wappentier Brandenburgs hohe Bedeutung hat.
Lindenavenue
Das Fest
In diesem Jahr zelebriert das Hoftheater Schau + Spiel ein großes Fest, auf den Podesten erleben Sie eine barocke Gesellschaft, die sich ganz dem süßen Vergnügen hingibt. Gemälde der Genremaler Watteau und Liotard liefern die Anregungen für dieses illustre Treiben. Da wird ein Festessen zelebriert und an Austern nicht gespart. Bei heiteren Spielen amüsieren sich die Gäste köstlich, während man sich an anderer Stelle in die große Garderobe wirft, um sich auf dem bevorstehenden Ball in großer Robe zu präsentieren. Unter der Regie von Renate Müller-Schäfer werden die Bilder zum Leben erweckt und bieten den Zuschauern einen wahren Augenschmaus, umrahmt von den rassigen Friesen der Ostseequadrille. Lassen Sie sich verzaubern und tauchen Sie ein in die illustre Welt des 18. Jahrhunderts.
An Eingängen und Wegen
Genießen Sie die besonders intime Abendstimmung im Park Sanssouci mit seinen Prachtbauten. Auf Ihrem Spaziergang zwischen den Schlössern und Parkbereichen treffen Sie Solisten der Hochschule für Musik »Hanns Eisler« Berlin, die Märchenerzählerinnen Suse Weiße, Christine Lander, Delia Gyger und Gabriele Schunke sowie die historische Pantomimen. Noch nicht verheiratete Paare können sich von einem Regimentskommandant für ein Jahr einen »Liebstenschein« ausstellen lassen – Ein Ja – für ein Jahr. Am Fuße der Weinbergterrassen liegt im Fluss ein Boot mit einem verliebten Pärchen an Bord, das sich im Liebesspiel Küsse zuwirft. Auch treffen wir Verliebte, die sich auf der Hauptallee plötzlich in den Rondellen durch süßen Gesang ihre Liebe gestehen. An den Eingängen Grünes Gitter, Obelisk, Mopke Süd, Lindstedter Tor, Posttor und Schloss Sanssouci werden die Gäste durch die prächtig gekleideten und formvollendet agierenden Zeremonienmeister Raimund Gross, Matthias Krahnert, Stefan Bergatt, Tilo Acksel und Fabrice Devillers begrüßt.
Sprechende Bäume und Skulpturen
An manchem abgelegenen Ort erhebt ein Baum seine Stimme oder eine Gartenplastik erzählt, woher und wie es sie an diesen malerischen Ort verschlagen hat und was sich dann hier zutrug. So erzählen die Douglasie von der alten Fasanerie, die Gehölze Nordamerikas von den berühmten Pflanzenjägern, die sie nach Europa brachten und die Linden von ihren Vorvätern aus der Nibelungensage. Und auch der behauene Stein kommt zu Wort. So erzählt die Corradinivase von Sinnlichkeit und Unschuld, von der Milde Alexanders des Großen gegenüber den Frauen des Dareios und der Unsitte, sich Kriegsbeute aus den Gärten der besiegten Fürsten mit nach Hause zu nehmen.
Führungen
Kinderführung, Johann Ludwig von Fauch, Andrea Sperling
Der Schlossdrache Johann Ludwig von Fauch macht sich mit den Kindern auf den Weg rund um das Chinesische Haus. Der feurige kleine Drache erzählt unterwegs von seinen Begegnungen mit Friedrich dem Großen.
Ein Garten, lesbar wie ein Buch, Adelheid Pupka
Der Gartenarchitekt Peter Joseph Lenné schuf ab 1826 den Garten um das Schloss Charlottenhof im Stile eines englischen Landschaftsgartens.
Ein Paradies auf Erden,, Karin Knaut-Patzelt
Westlich des Schlosses Charlottenhof entstand ab 1836 das Hippodrom, das mit einem Stibadium und einer Exedra zusätzlich geschmückt wurde.
Ein geheimer Ort, Marion Franke, Svenja Dieckmann
Der Rundgang führt zur Nordseite des italienisch anmutenden Gebäudes.
Kirschen im März, Gudrun Helmis
Der Park Sanssouci war unter Friedrich dem Großen eine Kombination aus Nutz- und Ziergarten. Daher findet man auch heute wieder neben Orangenbäumchen unter anderem auch eine Kirschplantage. Was es sonst noch gab und welchen Stellenwert der König seinen Lieblingsfrüchten, den Kirschen, entgegenbrachte, dazu mehr bei dieser Führung.
Ein italienischer Traum, Dagmar Paetzold
Die Italiensehnsucht des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. ließ einen an mediterranen Renaissancegärten orientierten Garten entstehen. Mehr zur Geschichte und zu den Kübelpflanzen erfahren Sie bei diesem Rundgang.
Königliche Aussicht, Cornelia Ender, Katrin Winkler
Lassen Sie Ihren Blick während der Führung in die Ferne schweifen und erfahren Sie Näheres zum Schloss Sanssouci und zum Ruinenberg.
Das Arkadien eines Kronprinzen / Führung in deutscher Gebärdensprache, Anna Christina Mohos
Im weit ausgedehnten Park bilden die Römischen Bäder eine in sich geschlossene eigene Welt und sind doch Teil des landschaftlichen Gesamtkunstwerkes. Etwas ganz Besonderes ist das Gartenstück innerhalb des Gebäudeensembles. In unmittelbarer Nähe befindet sich das Schloss Charlottenhof mit seinem wundervollen Rosengarten.
Fête galante – Das Heckentheater von Sanssouci, Annette Paul
In unmittelbarer Nähe des Neuen Palais ließ Friedrich der Große 1768/69 ein Heckentheater errichten. Dieses zur Belustigung im Freien geschaffene Kulissentheater wurde in den vergangenen Jahren wieder hergestellt.
Das Ensemble der Friedenskirche, Karen Pastofski
Ein Garten wie im Paradies, ebenfalls von Lenné geschaffen, der auch die tiefe Religiosität des preußischen Königs Friedrich Wilhelm IV. und seiner Gemahlin Elisabeth widerspiegelt.
Weitere Führungen finden statt:
In der Präsenzbibliothek, An den Kolonnaden am Neuen Palais, Am Königlichen Weinberg, am Winzerberg, auf dem Schirrhof, in der Parkgärtnerei am Stibadium, im Paradiesgarten sowie in der Moschee.
Sta
nd vom 02.04.2012, Änderungen vorbehalten!
